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Pulheim

 

Stadt Pulheim
Einwohnerzahl: 54.000

Projekt: Stadtbild.Intervention
Jahr der Teilnahme: 2002

Kurzdarstellung der Arbeit
1998 hat die Stadt Pulheim ein neues Kunstprojekt ins Leben gerufen, die Reihe „Stadtbild.Intervention. Projekte für Pulheim". Einmal im Jahr fordert die Kulturabteilung einen Künstler oder eine Künstlerin auf, eine Arbeit im öffentlichen Raum zu entwickeln, (temporär) in das Stadtbild einzugreifen.
Die heutige Stadt Pulheim ist erst 1975 durch die kommunale Neugliederung aus vier vorher selbständigen Gemeinden – Brauweiler, Stommeln, Pulheim und Sinnersdorf – entstanden. Bis auf den heutigen Tag konnte sich jedoch keine neue gesamtstädtische Identität entwickeln, die Ortsteile betonen nach wie vor ihre Eigenständigkeit.

In dieser Situation versteht sich die Reihe der künstlerischen Interventionen nicht nur als Alternative zur gängigen Praxis von Skulptur im öffentlichen Raum, sondern auch als Alternative zu klassischen Platzgestaltungsmaßnahmen. Stadtbild.Intervention schafft keine Plätze im Sinne eines architektonisch fixierten Ensembles- Stadtbild.Intervention ist ein Konzept, das den öffentlichen Raum über Jahre hinweg diskutiert und immer wieder neu definiert. Aus Un-Orten im Stadtraum erschaffen Künstler durch ihre Eingriffe Orte.

Stand der Umsetzung
Seit ca. sieben bis acht Jahren wird dieser Wettbewerbsbeitrag erfolgreich realisiert und soll auch noch bis 2009 weiter umgesetzt werden. Das Projekt ist ein Kunstprojekt, bei dem einmal im Jahr ein/e Künstler/in aufgefordert wird, eine Arbeit für die spezielle Situation Pulheims zu entwickeln. Diese Arbeiten sind keine dauerhaften Installationen.

Projekt im Jahr 1998 - Maik und Dirk Löbbert, Streulicht:
Dr-Hans-Köster-Saal in Pulheim. Einer vorhandenen Wandleuchte werden 19 Leuchten gleichen Formats hinzugefügt.

Puhlheim_1998
Foto: Maik und Dirk Löbbert

Projekt im Jahr 1999 - Christian Hasucha,
Die Pulheimer Rochade:

Eine zirka 25m² große Fläche an der Pulheimer Realschule wird gegen eine gleich große Fläche vor der 5km entfernten Abtei im Ortsteil Brauweiler ausgetauscht. Straßenbeläge, Poller, Fahrradständer, Abfallkorb und ein Stück Jägerzaun wechseln den Standort.

Puhlheim_1999
Foto: Christian Hasucha

Projekt im Jahr 2000 - Sigrid Lange, Licht & Luftbad Pulheim:
Das Licht & Luftbad Pulheim nutzt eine Gesamtfläche von 2000m² des Parkhauses Pulheim (Ebenen 5-6) temporär um.
20 Freizeitmodule (je ein Kunstrasen, 4 x 4 m, zwei Liegestühle, ein Sonnenschirm, ein Klapptisch) stehen den Besuchern zum Sonnen, Entspannen und Verweilen zur Verfügung. Während der Öffnungszeiten ist ein Bademeister anwesend. Die Parkebenen 1-4 werden wie üblich als Parkplatz für Pendler genutzt.

Puhlheim_2000
Foto: Sigrid Lange

Projekt im Jahr 2001 - Lutz Fritsch, Stadtteile:
"Vier Stadtteile, vier Orte, vier Setzungen - die Skulptur unterbricht das Nebeneinander der Fassaden, bildet einen Ort und zeigt im Einzelnen das Ganze." (Lutz Fritsch) - 4 orange lackierte Rundrohre mit blau lackiertem Deckel, H 1,20, Durchmesser 50mm, 1) Brauweiler / Mathildenstraße - 2) Sinnersorf / Kesselsgasse - 3) in Pulheim / Am Jürgenshof - 4) Stommeln / Eschgasse (v.l.n.r.).

Puhlheim_2001
Foto: Lutz Fritsch

Projekt im Jahr 2002 - Leni Hoffmann, bondi:
An der Durchgangsstraße im Ortsteil Sinnersdorf entsteht eine Museumssituation auf Zeit, die zum bewussten Hin-Sehen und Verweilen einlädt. Farbfeld aus Plastilin mit zweigeteilter Reklametafel, deren Motive während der Laufzeit mehrfach wechseln. Links die übliche Werbung, rechts die stark vergrößerte Aufnahme der Oberflächenstruktur der realisierten Knetearbeit. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein Wippsitz.
Puhlheim_2002
Foto: Manuel Franke

Projekt im Jahr 2003 - Hans Winkler, Im Auftrag:
Eine Arbeit im Stadtraum. Für seine Arbeit "Im Auftrag" ließ sich Hans Winkler regulär vom Bauhof einstellen, um sich innerhalb jener Strukturen zu bewegen, die das Stadtbild prägen.

Durch die Weigerung, das Stadtbild durch eine künstlerische Hinzufügung zu verändern, zu ergänzen oder zu verbessern, hält Winkler "allen Beteiligten den Spiegel vor: Die Stadt sieht so aus, weil alle dies bewirken und zulassen. Alle müssen etwas tun. Alle haben die Verantwortung." (Kai Bauer)

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linkes Foto: Kai Bauer - rechtes Foto: Uschi Huber

Projekt im Jahr 2004 - Andrea Knobloch, Blume 2004:

Puhlheim-2004
Foto: Andrea Knobloch

"Gegeben sei die Stadt in allen ihren Teilen als eine Spielfläche, deren Felder durch die vorhandenen Besitz- bzw. Eigentumsgrenzen definiert sind. Wie könnten nun die Regeln eines Spiels aussehen, das diese Grenzen zwar nicht einreißt, sie aber trotzdem überwindet und zumindest temporär einen gemeinsamen, quasi "grenzenlosen" öffentlichen Stadtraum produziert? Das Projekt Blume 2004 schlägt folgendes vor: Die Bürger/innen der Stadt Pulheim werden eingeladen, die Stadtbildintervention 2004 mit zu tragen und zu formen, indem sie einen Teil ihres Rechts auf die selbst bestimmte Gestaltung ihres Besitzes bzw. Eigentums im Projektzeitraum der Gemeinschaft überlassen. Sie werden zu Mitspieler/innen, wenn sie eine gewisse Menge Blumensaat der Sorte Gartenmohn, die über das Projekt Blume 2004 zur kostenlos Verfügung gestellt wird, auf ihrem Grund und Boden aussäen und bis zur Blüte hegen und pflegen." Andrea Knobloch

Gemeinsamer Aussaattag: 25. April. Ab Ende Juni: Fotowettbewerb mit Dokumentationswand im Rathausfoyer. 17. Oktober: "Erntedankfest", Prämiierung der schönsten Fotos und Vorstellung der neuen Pulheim-Postkarte.

Projekt im Jahr 2005 - Georg Winter, Losing Horses:
Losing Horses Dt./ung. Filmproduktion der Ukiyo Camera Systems nach Don Quixote von Miguel de Cervantes. Dreharbeiten im Ukiyo-Echtzeit-Aufnahmeverfahren. Reversed stunts, self organizing cinema.

Winters Darsteller und Objekte nehmen in aktiver Bewegung Raum ein oder besetzen ihn in passiver Unbeweglichkeit. Bewegung von Körpern ist nicht zuletzt auch eine Eroberung, Besetzung von Raum - auch von öffentlichem Raum. Die Hauptstraße muss für die Abschlussdreharbeiten vorübergehend gesperrt werden, der Linienbus für den Stunt aufgehalten werden: Die Dreharbeiten setzen die Gesetzmäßigkeiten des öffentlichen Raumes für eine kurze Zeit außer Kraft und schaffen einen neuen, poetischen Raum mitten im Alltag.


Fotos: UCS-Team

Projekt im Jahr 2006 - Achim Bitter, ORR:
Die Installation 'ORR' wurde im leer stehenden alten Rathaus Pulheim realisiert. Sie bezieht sich auf eine Hausbesetzung im Jahre 1982. Damals besetzten Schüler und Studenten das verfallene Forsthaus im Park von Haus Orr. Das Forsthaus wurde über mehrere Jahre instandbesetzt und durch reglmäßige Kulturveranstaltungen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Parallelen und Gegensätze zwischen den Vorgängen in Haus Orr und dem alten Rathaus werden sichtbar. Beide Gebäude standen oder stehen leer, beide hatten oder haben eine ungewisse Zukunft. Was aus dem Rathaus werden soll, ist noch nicht entschieden. Einer der Pläne ist, dort ein Café einzurichten. Genau das war auch eines der realisierten Projekte der Besetzer. Damals wurde Privatbesitz öffentlich gemacht, 2006 plant die Stadt, ein öffentliches Gebäude zu privatisieren. (B.S.)

Puhlheim-2006
Foto: Achim Bitter

Projekt im Jahr 2007 - Hinrich Sachs,
Maskottchengruppe für Pulheim (ungefragt):

Angeregt von Erhebungen zur Arbeit- Wohn- und Lebensqualität in Pulheim hat Hinrich Sachs ein performatives Projekt entwickelt, das sich auf Brauchtum traditioneller und zeitgenössischer Prägung konzentriert. Über einen Zeitraum von mehreren Monaten haben sich die Maskottchen - zunächst unangekündigt - in die unterschiedlichsten Situationen des öffentlichen Raumes hinein begeben, haben sie betrachtet und kommentiert, haben Gespräche, Befremden, vielleicht auch Gerüchte ausgelöst. Maskottchengruppe für Pulheim (ungefragt) umspielt die Inszenierung der öffentlichen Sphäre selbst in ihrem heutigen Spannungsfeld von Hilflosigkeit, kultureller Identität, Wertschöpfung und Politik.

Puhlheim-2007
Fotot: Hinrich Sachs

 
Ansprechpartner
 

Stadt Pulheim
Kulturabteilung
- Frau Schallenberg

Telefon:
02238-808 188

eMail:
angelika.schallenber@ Pulheim.de

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